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1962
Geboren wurde Michel Petrucciani am 28. Dezember im südfranzösischen
Orange in eine
Musikerfamilie mit sizilianischen Wurzeln. Er leidet an einer Behinderung, die man
umgangssprachlich als Glasknochenkrankheit kennt. Vater Tony (Jazz-Gitarrist) ist
italienischer, Mutter Anne englischer Abstammung. Der Großvater spielte auch Gitarre,
er kam aus Neapel. Die Brüder Louis (Bass)
und Philippe (Gitarre) sind ebenfalls
Musiker. Zitat: "Mein Vater ist schüchtern, sehr prüde, sehr italienisch: man darf nicht
soviel persönliches erzählen. Nicht zuviel über Geld reden. Meine Mutter arbeitete auch
sehr viel, sie schneiderte, meistens zuhause, aber auch für einen Schneider."
1965
Etwa mit 3 Jahren kam er bereits mit der Musik von
Wes Montgomery in Berührung, da sein Vater die Platten hörte und dazu spielte:
"Ich war fasziniert durch den Ton, das Tempo, die Phrasen, den Swing von Wes.". "Ich übte
gerade zu Hause an einem Stück," erinnert sich sein Vater Tony, "als Michel, der nicht älter
als drei gewesen sein konnte, herüberkam und mich fragte, 'Papa, kann ich dich mit den Besen
begleiten?'. Ich ließ ihn aus Spaß gewähren, war aber erstaunt festzustellen, dass er
wirklich swingte. Am Ende des Stücks fügte er hinzu, 'Ich kenne die Texte nicht, aber ich
kann alle Melodien singen, die du spielst.'
1966
Als Vierjähriger sah er Duke
Duke Ellington im Fernsehen, der einen starken prägenden Eindruck hinterließ,
so dass er sich spontan ein Klavier wünschte. Als ihm sein Vater daraufhin ein
Kinderklavier schenkte, soll Michel es wütend zerschlagen haben um deutlich zu machen,
dass er ein 'richtiges' Klavier haben wollte. Zitat: "Ich wusste genau, was ich tat.
Dieses Geschenk kostete meine Eltern eine Menge Geld und wir waren arm. Aber ich wusste,
dass dies der einzige Weg war, an ein richtiges Instrument zu kommen." Vater Petrucciani
kaufte daraufhin ein altes gebrauchtes Klavier und bastelte für Michel eine Art
Pedalverlängerung, damit er mit den viel zu kurzen Beinen die Pedale erreichen konnte.
Pierre Chavolin, President des Hot Clubs von Orange erinnert sich daran wie er dieses Klavier
den Eltern verkauft hat und mit welchem Talent Michel darauf komponierte und spielte.
Während seine Brüder zur Schule gingen, kamen für Michel Privatlehrer
für diverse Unterrichtsfächer sowie den Klavierunterricht ins Haus. "Ich habe
zwei Musiklehrer psychisch fertig gemacht weil ich zu schnell und impertinent war."
"Acht Jahre lang wurde das Klavier streng auf klassische Studien beschränkt. Klassisches
Training ist wesentlich. Das ist der Weg, Disziplin zu lernen und Techniken zu entwickeln."
Petrucciani hatte zunächst eine klassische Ausbildung und hatte eine Vorliebe
für Rachmaninow, Debussy, Mozart und Bach. Später kamen auch die Klassiker des
Jazz dazu. Einflüsse von Keath Jarrett, Bill Evans,
Bud Powell sind
deutlich erkennbar und gerade seine brilliante Technik ist mit der technischen Meisterschaft
eines Oscar Petersons
vergleichbar. Gerald Bataille, Musiker aus Orange und Bekannter der Familie, erinnert
sich sehr gut an Michel als Kind, das als … Schlagzeuger anfing: "Es war ein geniales Kind
und ich erinnere mich, dass Michel den ganzen Tag Jazz hörte. Mit 14, dachte er nach und redete
schon wie ein Mann. Vater Tony war ebenso Jazzmusiker (er spielte in der Band von Eugène
Pascal in Mornas)."
Michel erinnert sich, dass er mit 5 oder 6
Count Basie im Théâtre Antique von Orange gehört hat. Zitat: "Es war unüblich dass ein Kind
ausging - wir wurden streng erzogen: um 19 Uhr mussten wir schlafen gehen. Aber das war ein
besonderer Abend, wir hatten uns dementsprechend chic gemacht. Ich habe gesehen wie sie ihre
Instrumente auspackten und Count Basie ist zu mir gekommen und hat seine Hand auf meinen
Kopf gelegt und hat was in Englisch gesagt - ich weiß nicht mehr was... Er muss es lustig
gefunden haben ein Kind wie mich an diesem Ort zu sehen...."
1968
Im Alter von 6 Jahren zog die Familie nach Montélimar, wo Michel seine Kinder- und
Jugendzeit von seinem 6. bis 18. Lebensjahr verbrachte. Die Familie hatte einen Musikladen in der Rue Pierre Julien,
'Special Music', wo auch Michel arbeitete. Er reparierte die Kassettenspieler und Radios, stimmte Gitarren und führte die Orgeln vor. Wenn Eltern
ihren Kindern eine Orgel kaufen wollten, schickte man ihn runter: "Michel spielst Du was
vor für den Herrn?" Michel spielte, der Kunde kaufte und kam 2 Wochen später und
sagte: "Die Orgel funktioniert nicht mehr. Wenn mein Sohn spielt, ist es anders als wenn
Sie spielen!" Der Unterschied war natürlich, dass Michel 10 Stunden am Tag spielte.
Seine damalige Lehrerin über 10 Jahre war Madame Jacquemin, die ihre Konzertkarriere
abgebrochen hatte und mit dem eigenwilligen Schüler ihre liebe Not hatte. Zitat: "Ich hatte
schon meine eigene Vision der Musik. Auch die klassische Musik hörte ich auf meine Art.
Ich habe die Musik immer ernst genommen. Ich interpretierte die klassischen Werke auf meine
Weise, mit einem anderen Klang und Tempo." Gerald Bataille: "Damals in Montélimar trafen sich
jeden Freitag alle Musikerfreunde, wie Jean-Paul Florent, der aus Marseille kam, um unvergessliche
Nächte zu verbringen."
Letztendlich, hatte Petrucciani keine schöne Kindheit. Von Krankenhaus zu Krankenhaus,
gebrochenen Beinen und Armen, Gipse, war er zuhause eingeschlossen … seine Eltern hatten
soviel Angst dass was passieren könnte … Trotzdem witzelte er in einem Interview: "Meine
Krankheit hat nichts mit Nanismus zu tun. Ich habe eine sehr glückliche aber gebrochene
Kindheit gehabt". Schon bei der Geburt hatte er sich Knochen gebrochen.
1970 - 1975
In der ersten Hälfte der 70er Jahre ist Michel auf seine ersten Konzerte und Partys gegangen.
Man spielte Tango, Paso-doble, Christophe-Aline, Les mots bleus... Zitat: "Damals spielte
ich Schlagzeug - ich studierte die klassische Musik und durfte nicht wirklich Jazz oder
andere Musik am Klavier spielen. Darum hatte mein Vater die tolle Idee mir das Schlagzeug
beizubringen. Er hat selbst ein Schlagzeuginstrument an meine Größe angepasst."
1975
Mit 13 Jahren gab Michel Petrucciani auf dem jährlichen Freilicht-Jazzfestival im französischen
Cliouclat in der Region Drôme sein erstes Konzert als Profi zusammen mit
Clark Terry. Zitat: "Der damalige Gastmusiker, der Trompeter Clark Terry, brauchte einen Pianisten
für seinen Auftritt. Jemand holte mich und Clark dachte ich sei nur ein Kind und jemand
spiele ihm einen Streich. So blödelte er herum, nahm seine Trompete und spielte eine
verulkte Stierkampf-Musik. Ich sagte 'Lass uns Blues spielen'. Nach einer Minute sagte er
'Give me five' und nahm mich in seine Arme, und das war's".
1977
1977 traf er den Trompeter Clark Terry und den Drummer Kenny Clarke; der war auf Tour mit Daniel Humair und Charles Saudrais im Théâtre
de Montélimar, ein Art " Drum Meeting ". Zitat: "Wir waren die Vorgruppe, mit meinem Vater
und meinem Bruder. Als er uns, zwei kleine Kinder sah, kam Clark zu uns und meinte " Hey
man, beautiful... " Sehr amerikanisch halt… Wir waren glücklich, stolz. Wir haben ein Foto
gemacht, aber leider gab es nicht wirklich ein Treffen".
1978
Mit 16 Jahren begegnete ihm auf einem Dorffest der italienische Schlagzeuger
Aldo Romano. Ihn nannte Petrucciani
immer seinen "Schutzengel", und Romano verhalf ihm auch zu seinem ersten Album 'Flash' 1980.
1980
Mike Zwerin war bei den Aufnahmen dabei: "Im August 1980, im Alter von 17 Jahren, saß
Petrucciani zwischen (einzelnen) Aufnahmen an einem Klavier in einem entfernten Studio in südlichem
Frankreich. Es war seine erste Aufnahme, er war ein Sideman.
Jedoch war er die treibende Kraft. Er ist vielleicht nicht der offizielle Leader gewesen,
aber er gab den Ton an. Es herrschte Ruhe, während die Musiker beschlossen was als nächstes
zu spielen sei. Petrucciani fragte: "Kennt irgendjemand 'Giant Steps?'" Ein Hochgeschwindigkeits-John-Coltrane-Stück
mit schnellen Akkorden, es war eine Art von der Prüfung, die Männer von Jungen trennt.
Niemand wollte zugeben, er könne es nicht schaffen. Plötzlich verkündete Petrucciani: "Also
gut ich mach's" und er stürzte sich mit großer Zuversicht und mit halsbrecherischer
Geschwindigkeit in eine Solo-Version."
Zitat Petrucciani: "Ich erinnere mich an die Aufnahmen, es war nett. Es war meine erste Platte, aber
ich war es gewohnt aufzunehmen: zuhause taten wir es jeden Tag, jederzeit. Selbst heute
noch nehme ich all meine Konzerte auf und höre sie. Ich bin selbstkritisch."
Michel zog nach Paris und Aldo Romano stellte ihm den jungen Produzenten Jean-Jacques Pussiau
vor. Das Ergebnis waren sechs Alben des jungen Pianisten für Owl Records zwischen 1981 und
1985, darunter das wunderbare Toot Sweet, eine Duo-Platte mit dem Saxophonisten
Lee Konitz. "Nach dem
Erscheinen der ersten Trio-Aufnahme mit Aldo Romano und Jean-Francois Jenny-Clark," erinnert
sich Pussiau heute, "versuchten wir, es zu vermarkten. Ich werde nie vergessen, wie wir von
den Radio- und Fernsehsendern und Konzerthallen abgelehnt wurden. Sie wollten niemanden,
der ... behindert war. Es ist schon witzig, wie uns dieselben Leute anriefen, nachdem wir
Erfolg gehabt hatten."
1981
"Michel Petrucciani", war seine erste echte Platte. Zitat: "Aldo spielte Schlagzeug, Jean-François
Jenny-Clark Kontrabass. Es war lustig. Zwischen Jean-François und mir, hat es nicht gefunkt.
Wir haben uns miteinander angelegt: Ich habe ihm gesagt, dass er Eddie Gomez nicht erreichen
konnte… Na ja, ich war der Idiot, ich war arrogant. Ich vergleiche Jenny-Clark mit Gary
Peacock, mit dem ich mich später auch nicht so gut verstand… Sein Stil Kontrabass zu spielen
begeistert mich nicht. Der Klang stimmt nicht. Ich bin eher Paul Chambers: Ich muss das
Gefühl haben umarmt zu werden. Ich fand, dass " J.-F. " nicht genug motiviert war - er
spielte Schach... Aldo, dagegen, war immer motiviert. Aber, er war für alles motiviert, er
nimmt sich die Sache zu Herzen. Nach dieser Platte spielte ich öfters in Paris mit Aldo
zusammen."
Musikalisch gesehen war Paris die ideale Stadt für einen jungen Jazz-Musiker. Aber Petrucciani
hatte dort auch Probleme. Zitat: "Es hatte meist mit Drogen und Frauen zu tun, aber ich
hatte Glück und kam mit heiler Haut aus dem Ganzen raus".
Bevor er sein Leben in Kalifornien wirklich startete, hatte er im Dezember 1981 "Date With
Time" aufgenommen, eine Soloplatte auf dem Klavier für das Label Owl. Zitat: "Ich mag die
überhaupt nicht: ich war betrunken gewesen. Ich hatte Jean-Jacques gebeteten diese Platte
nie auf dem Markt zu bringen, und er hat es akzeptiert… Aber später, hatte er ein paar
finanzielle Probleme und fragte ob er die Platte herausgeben dürfte. Aus Dankbarkeit dafür,
was er für mich getan hat, stimmte ich zu. Man spielt so schlecht wenn man betrunken ist!"
1981, nachdem er seinen 18. Geburtstag begangen hatte, entscheidet sich Michel aus dem Stand,
seine Familie zu verlassen und in die USA zu fliegen. Er ist völlig pleite, spricht kein
Wort Englisch und bezahlt sein Ticket mit einem ungedeckten Scheck. Gottseidank sprang sein
Vater in die Bresche und bezahlte die Schulden seines ehrgeizigen Sohnes.
Zitat: "1981 bin ich nach Kalifornien geflogen. Ich hatte einen Kumpel, Trox Drohart, der
in der Ardèche in der Nähe von Montélimar wohnte. Er hatte uns auf dem Konzert mit Kenny
Clark gehört. Der Schlagzeuger den wir hatten war so schlecht, dass er angeboten hat ihn
zu ersetzen. Er hatte uns einen Brief geschrieben, wo drin stand: "Herr Petrucciani, ich heiße
Trox Drohart, wohne in der Nähe, habe mit dem und dem gespielt - d. h. mit Tal Farlow, Lee
Konitz... " Er war nicht schlecht und wir sind Kumpels geworden. Wir feierten zusammen. Er
war ein echter Hippie. Dann ist er in die Staaten zurückgegkehrt… Er schickte mir regelmäßig
Postkarten, worauf stand: "Du musst hierher kommen, hier gibt es gute Nudeln." Und dann bin
ich hingeflogen. Mein Vater wollte es nicht, aber ich habe es trotzdem gemacht…"
1982
Michel ging also nach Kalifornien, wo er auch seine erste Frau, Erlinda Montano, kennenlernte
und mit 19 Jahren heiratete. Sie war eine Navarro-Indianerin, mit der er 5 Jahre zusammenblieb.
Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor, von denen eines, Alexandre, ebenfalls an der gleichen
Behinderung litt. Zitat: "Wir wussten schon während der Schwangerschaft, dass er die Krankheit
geerbt hat. Wir entschieden uns, das Kind aus zwei Gründen zu behalten: es nicht zu behalten
wäre das gleiche gewesen wie meine Krankheit zu leugnen. Außerdem, ich glaube dass es sich
lohnt, das Leben zu leben. Ja, es lohnt sich wirklich".
Er besuchte in Big Sur den Saxophonisten Charles Lloyd,
der sich nach den großen Erfolgen seiner Gruppe mit
Keith Jarrett meditierend in die Wälder zurückgezogen hatte. Zu dieser Zeit
hatte Charles Lloyd aufgehört zu spielen. Er war im Immobiliengeschäft tätig.
- Er besass Land und Häuser, hatte viel Geld. Charles Lloyd und Michel Petrucciani
schlossen Freundschaft.
Wenige Tage später nachdem sie sich kennengelernt hatten standen sie bereits in Santa Barbara
auf der Bühne vom Lobero Theater. Zitat: "Ich spiele in der USA vor 2000 Personen... Innerhalb
von 14 Tagen - 3 Wochen schrieb man in allen kalifornischen Zeitungen über mich; Charles
redete über mich, sagte, dass er meinetwegen wieder angefangen hatte zu spielen. Ich war
"The french wonderboy from the south of France", derjenige der den "great master" nach
vielen Jahren Abwesenheit, wiedererweckt hatte. In einen Monat war ich ein Star geworden!
Manchmal hat man einfach Glück im Leben.
Es war Michel Petrucciani, der Llodys langes musikalisches Schweigen bzw. seine Abstinez,
öffentlich aufzutreten, durchbrochen hat: ein kleinwüchsiger Mensch aus Europa, den Charles
Lloyd wie ein Kind auf den Arm nahm und den er, der rund ein Vierteljahrhundert Ältere, als
einen musikalisch gleichberechtigten Partner verehrte und von seiner Sensibilität aber
auch überragenden Technik begeistert war.
Später kehrte er mit ihm nach Europa zurück. Der gemeinsame Auftritt mit Charles
Lloyd beim Festival von Montreux 1982, der auch als Album veröffentlicht wurde, brachte
ihnen den Prix d'Excellence 1982. 1983 wählte die Los Angeles Times Petrucciani zum
Jazz-Musiker des Jahres und das italienische Kulturministerium, das vermutlich davon wusste,
kürte ihn zum "Besten Europäischen Jazz-Musiker". Die Franzosen wollten nicht zurückstehen
und verliehen ihm den begehrten "Prix Django Reinhardt".
Zitat: "Als ich Montélimar verlassen habe, sagte mein Vater, dass ich nur dumme Sachen
machen würde… Bei meiner Rückkehr, habe ich alle Zeitungsausschnitte über mich und
Konzertaufnahmen mitgebracht… Es war das erste Mal, dass ich meinen Vater mit einem
amerikanischen Akzent "On piano, Michel Petrucciani..." sagen hörte. Ich hatte es endlich
geschafft dort zu spielen; mit Musikern mit denen ich nie geträumt hätte eine Tages zu
spielen."
Im Mai 1982, nahm er "Toot Sweet" auf, ein Duett mit dem Alt-Saxofonisten Lee Konitz. Zitat:
"Das ist witzig, ich erinnere mich überhaupt nicht an diese Platte, an die Aufnahmen… Echt
wahr, ich habe keine einzige Erinnerung daran. Die war aber nicht schlecht. Es herrschte
eine echte Stimmung. Konitz bringt eine gewisse Farbe in seine Musik. Die Platte war eine
Idee von Jean-Jacques Pussiau, der bei Owl Records arbeitete. Pussiau sagte mir: "Ich mag
Lee und stelle mir vor wie Du mit ihm spielst. Hättest Du Lust? "Was für eine Frage! Ich
war verdammt stolz... Eine Platte mit Lee Konitz... Ich war überzeugt dass er sich weigern
würde. Aber er sagte zu! Wir haben dann angefangen zusammen zu arbeiten, aber ich erinnere
mich nicht mehr daran…"
Zwei Monate später nahm Michel seine erste Platte mit Charles Lloyd auf. Ein Konzert im Kontext
des Festival von Montreux 1982. Auf der Rückseite der Hülle ist ein Bild: zu dieser Zeit,
konnte Petrucciani nicht alleine gehen, seine Frau Erlinda trug ihn, Charles tat das auch um
ihn auf die Bühne zu bringen. Zitat: "Ich war wirklich der Typ, der Klavier spielte und
nichts mehr! Ich wog 25 Kg - Heute wiege ich 41, ich bin zu dick!"
"Meine Frau war eine Navarro-Indianerin die ich in Amerika geheiratet habe. Wir haben
geheiratet, es war ein bisschen wie in 'Green Card' mit Depardieu : wir haben geflirtet,
sind viel ausgegangen, und da ich sie sehr liebte habe ich sie um ihre Hand gebeten. Sie
sagte nein… Und ich habe gesagt: "Mensch, heirate mich doch, sonst bekomme ich die "green
card" nicht und bekomme Probleme. Letztendlich sagte sie ja. Wir haben schließlich geheiratet
ohne große Zeremonie, mit 2 Zeugen... Meine erste Ehefrau..."
Im Herbst 1982, spielte er mit Charles Lloyd auf dem Jazzfestival von Paris. Zitat: "Und
siehe da, ich bin wieder in Frankreich, als Amerikaner: ich spreche, sehe aus wie ein
Amerikaner, komme mit Sandalen auf die Bühne - wir spielten barfuss! -, ich hatte alle
französischen Gewohnheiten abgelegt… Ich war amerikanisiert, und selbst 'kalifornisiert'!
Nicht wie ein New Yorker, noch nicht!"
Danach war sein Ruf gefestigt und Petrucciani spielte mit Musikern, die nach landläufiger
Einschätzung zur Jazzelite gehörten, darunter Joe Henderson,
Wayne Shorter. Die größten Bassisten,
Gary Peacock, Buster Williams, Cecil McBee,
Charlie Haden. Die besten Drummer,
Billy Hart,
Roy Haynes, Billy Higgins,
Jack DeJohnette. Und auch, vielleicht über allem, jene, die
regelmäßig oder gelegentlich mit Bill Evans spielten.
Für Michel waren das die schönsten Zeiten in seinem Leben. Er hat alles genossen. Er
entdeckte alles: das Reisen, das Flugzeug, große Hotels - Charles wollte nur in chiquen
Hotels absteigen… Sie bewunderten die großen Badezimmer, drückten alle Knöpfe… Zitat: "Ich das
Provinzkind, ich war wenig gereist, ich wusste nicht viel über das Leben, ich war noch
nicht in eine Limousine gestiegen, war noch nie in einem 4-Sterne Hotel abgestiegen, kannte
den "room service 24 hours a day" nicht... Ich war entzückt! Das erste Mal, das wir in die
Schweiz gereist sind! Der Akzent… Und Japan und die Japaner! 13 Stunden Flug, ich war
begeistert!"
"Heute, muss ich leider sagen, ist es mir gleichgültig… Es macht noch stets Spaß, aber es
fehlt der Funke. Ich war 25 Mal in Japan, und etliche Male in Montreux... Ich fliege zu
oft und es langweilt mich... Ich spreche aber nur über meine Karriere! Was die Musik angeht,
ist es was anderes: Heute zahlt man dafür, dass ich meinen Koffer packe. Meine Musik ist
immer kostenlos. Aber die Koffer packen wird immer teuerer, weil ich keine Lust mehr dazu
habe... Damals, war ich immer bereit dafür, obwohl ich keinen Pfennig hatte. Charles gab
mir nichts! Wir arbeiteten 5 Jahre lang zusammen bis ich irgendwann Probleme mit ihm bekommen
habe. Er ist jemand der nie irgendwen bezahlt hat… Als ich 18 Jahre alt war konnte ich noch
damit leben. Aber später, so mit 25-26 hat es mich richtig gestört. Darum bin ich
letztendlich gegangen…
Im Oktober 1982 hat Petrucciani sein erstes Soloalbum "Oracle's Destiny" aufgenommen. Er
widmete es Bill Evans. Es war Jean-Jacques Pussiau der unbedingt wollte, dass Michel eine
Soloplatte aufnehmen sollte. Er fühlte sich eigentlich noch nicht reif genug. Zitat:
"Jean-Jacques hatte mich damals leider gezwungen, und ich konnte mich nicht weigern, ich war froh
einen Job zu haben! Man ist nicht so wählerisch mit 20. Wenn man einen Vertrag hat und
gebeten wird eine Platte aufzunehmen, sagt man "Ja Chef, einverstanden Chef, Danke Chef…".
Zu dieser Zeit drehte der Filmemacher Frank Cassenti ein Film über den jungen Pianisten, Lettre à
Michel Petrucciani. Dieser Film wurde vorgestellt auf dem Festival in Cannes 1983.
Jean-Jacques hatte das organisiert. Cassenti arbeitete damals als Kameraman an einem
anderen Projekt. Während der Dreharbeiten hielt er das letzte Stück des Videobandes zurück,
um damit seinen eigenen Film zu drehen… Das war am Anfang seiner Karriere...
1983
Petruccianis amerikanische Karriere begann kurz darauf mit einem Konzert in der Carnegie Hall
beim Kool Jazz Festival im Juni 1983. Petrucciani spielte mit vielen Musikern zusammen, die
im Jazz Rang und Namen haben: Dizzy
Gillespie gehörte ebenso dazu wie Charlie
Haden oder Stéphane Grappelli.
Am liebsten waren ihm aber die Soloauftritte. Zitat: "Das ist die schönste Formel
für mich. Ich bin wirklich frei, mehr der Gefahr ausgesetzt, und ich liebe das."
"Petruche", wie die Freunde ihn nannten, gehörte zu den wenigen Europäern, die
sich in der amerikanischen Jazz-Szene durchsetzen konnten.
1984
"100 Hearts" war sein erstes Album, das in den USA aufgenommen wurde. George Wein, der sich
um Michel's Angelegenheiten in den Staaten kümmerte, produzierte es. Er hatte ein Label
gegründet und Petrucciani war einer der ersten mit dem er eine Platte aufgenommen hat.
Das Album erhielt das französische Gegenstück zum Grammy, den "Grand Prix du Disque - Prix
Boris Vian". Er wurde zum 'Jazzman des Jahres' und besten europäischen Jazzmusiker gewählt.
Ausserdem erhielt er 3 "Victoires de la musique" (1984, 1988 und 1994).
Jean-Jacques Pussiau war sauer als er hörte, dass Petrucciani in den Staaten eine Platte
aufnahm… Eigentlich war das ganze französische Team (Jean-Jacques, Aldo Romano…) sauer. Michel
kam regelmäßig nach Frankreich aber befand sich auf einem amerikanischen Trip. Damals liebte
er alles was amerikanisch war... Zitat: "Ich hatte meinen Heimat nicht vergessen, aber ich
fühlte mich besser in der amerikanischen Welt. Heute bin ich Franzose, es ist meine Heimat,
aber ich bin Amerikaner durch Adoption. Ich lebe in New York, meine Freundin in Paris. Ich
fliege oft hin und her, aber mein Zuhause ist in New York."
Man munkelte, dass er sehr beliebt war bei den Frauen. Zitat: "Ich denke dass die Frauen mich mögen.
Ich bin klein. Ich glaube bei ihr kommt der mütterliche Instinkt hoch. Ich bin naiv und gebe
viel. Wenn man mein Handicap hat, möchte man verführen obwohl man anders ist."
1985
1985 verließ er definitiv Charles Lloyd und zog nach New York. Er hatte gerade seine erste Frau
verlassen und war wegen einer anderen Frau nach New York gegangen... Er zog bei ihr ein.
Später hatten sie ein Haus in Brooklyn zusammen.
Zitat: "In New York habe ich den Jazz gelebt, ich war Teil der Jazzwelt. Die Clubs,
Diskotheken… Ich war oft bis in den frühen Stunden weg, unterhielt mich, spielte… Es war
DIE Stadt. Ich traf jeden: Sonny Rollins! Ich
habe mit ihm gesprochen. Auch Gil Evans habe ich
kennen gelernt.
Mike Zwerin: "Seine Hände waren groß genug, um eine Dezime auf der Tastatur zu greifen, ein
absolutes Minimum für einem normalen professionellen Pianisten. Mit den Jahren lernte er,
dass er ein normales Leben auf andere Art führen konnte. Frauen wurden von ihm angezogen.
Er hatte drei wichtige Beziehungen und zwei Kinder, eines, was auch "Glasknochen" hatte, und
ein adoptiertes. Er war stolz, Kinder zu haben. Er sagte: "Mein Vater erwartete nie
Enkelkinder von mir. Ich glaube, dass er mich jetzt respektiert." "
1986
Michel Petrucciani spielt zusammen mit Jim Hall
und Wayne Shorter auf dem Montreux-Jazzfestival.
Als ersten Franzosen nahm ihn das renommierte Label Blue Note unter Vertrag. Von einigen
seiner Platten verkaufte er mehr als 100.000 Stück. Petrucciani sagte von sich selbst,
dass er die Töne als Farben sehe und das Spielen für ihn in gewisser Weise wie das
Malen eines Bildes sei.
1989-92
Von 1989 bis 1992 arbeitete er mit einem Quartett, oft zusammen mit dem Synthesizer-Spieler
Adam Holzman. Petrucciani hatte immer noch eine große Verehrung für Duke Ellington erhalten,
und er hatte die Idee, dass er sein Quartett durch den Synthesizer (von Adam Holzman) mit
Ellingtons Big-Band-Sound ergänzen könne.
1993
1993 kommt Michel Petrucciani nach Frankreich zurück. Den Kontakt mit New York behält er.
Dann beginnt eine sehr erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Produzenten Francis Dreyfus.
1994
Zwischen dem Moderator Roger Willemsen
und Michel Petrucciani entwickelte sich, nicht zuletzt durch dessen regelmäßige TV-Auftritte
in der Sendung "Willemsens Woche" (wöchentlich zwischen 1994 und 1998), eine tiefe Freundschaft.
Zitat: "Er kam nach einem Konzert in London zu mir und sagte, er habe da diese Show und er
würde sich sehr freuen, wenn ich den Hauspianisten mache. Ich dachte eine Woche lang
nach, und dann sagte ich: Okay, dann habe ich wenigstens einmal einen geregelten Job. Nein,
im Ernst: Ich fand ihn auf Anhieb sehr nett, er kannte jede meiner Aufnahmen und er wollte mich oder
keinen. Wir sind mittlerweile sehr gute Freunde."
Vertrag bei Dreyfus Jazz (Durchbruch mit dem Konzert vom 14. November 1994 im Théâtre
des Champs-Elyseés). 1994 wurde er in Paris zum 'Ritter der Ehrenlegion' geschlagen.
1995
Diese Freundschaft motivierte Willemsen dazu, mit seinem Freund im Sommer 1995 eine gemeinsame
Reise zu unternehmen. Dabei entstand der Porträtfilm "Non Stop - Eine Reise mit Michel
Petrucciani" der ausführend von NOA NOA, in Zusammenarbeit mit FRANCIS DREYFUS MUSIC
produziert wurde. Von Paris über Hamburg nach San Francisco, Big Sur in Kalifornien und New
York begleitete Willemsen den Pianisten - zu Konzertauftritten, bei der Auswahl seines neuen
Flügels, beobachtete ihn bei Plattenaufnahmen und war in privaten Augenblicken mit seinem
Sohn und seiner Lebensgefährtin und seinen Freunden dabei. In langen Gesprächen offenbart
Petrucciani sein Verständnis der Musik ebenso wie seine außergewöhnliche Sicht auf das Leben.
Zitat: "Ich glaube nicht an Genies," sagte er. "Ich glaube an harte Arbeit. Seit ich ein Kind war,
wusste ich was ich wollte und habe daran gearbeitet. Aber ich habe noch so viel zu tun.
Ich habe Platten produziert und mit einer Menge großartiger Musiker zusammengearbeitet, und
ich habe noch viel Zeit vor mir, um noch viel zu erreichen. Es fällt mir sehr schwer, über
mich selbst zu reden und über das, was geschehen ist; so viele verschiedenen Ereignisse.
Irgendwann, wenn ich einmal 75 Jahre alt bin, werde ich auf meinem Sterbebett ein Buch
schreiben. Manchmal glaube ich, dass mich jemand da oben davor bewahrt hat, unbedeutend zu
sein."
1997
Das Jahr 1997 markiert den Triumph von Michel Petrucciani in Solotourneen in Deutschland,
in Italien, in Frankreich und natürlich auf allen Festivals. Um sein neues Album vorzubereiten
schlägt Michel Petrucciani Bob Brookmeyer vor, die Arrangements für ein Sextett zu schreiben,
das bei einer ersten Tournee im März 1997 gebildet wird. "Both Worlds" wird in New York
aufgenommen am 24., 25. und 26. August 1997 mit Anthony Jackson am Bass, Steve Gadd am
Schlagzeug, Bob Brookmeyer an der Tuba, Flavio Boltro an der Trompete und Stefano di Battista
am Alt- und Sopransaxophon.
1998
Im Jahr 1998 brachte EMI Records eine Sammelausgabe der 7 Alben heraus, die er als erster
Franzose mit dem renommierten Plattenlabel Blue Note (New York) zwischen 1986 und 1994
aufgenommen hat. Sein letztes Konzert fand am 19. Dezember 1998 im Vatikan in Anwesenheit
von Jean Paul II statt.
1999
Michel Petrucciani starb an den Folgen einer schweren Lungenentzündung am 6. Januar 1999 in
dem New Yorker Beth Israel Krankenhaus. Die Asthmakrise unter der er einige Tage vor seinem
Tod gelitten hatte, hatte sich in eine sehr schlimme Lungeninfektion gewandelt. Mike Zwerin:
"Seine kleinen und zerbrechlichen Knochen verursachten indirekt die Lungeninfektion, die ihn
tötete. Seine Organe wurden in seinem eingefallenen Brustkorb zusammengepreßt; er hatte
immer Probleme mit Asthma gehabt; er schob es weg. Eine Art von Zusammenbruch, schien immer
zu lauern."
Er wäre gern unter den Lebenden geblieben, hätte noch viel mehr geben können,
als er ohnehin schon verschenkt hat. Seit dem Frühling 98 wollte Petrucciani eine
"internationale Jazzschule in Frankreich gründen. Zitat: "Es ist mein Lebenswerk. Ich
will einen Jazz-Ort schaffen. Der Jazz ist dabei zu sterben". Sein Projekt hatte kürzlich
die Genehmigung der Fondation de France erhalten.
Sein Grab befindet sich auf dem Pariser Prominenten-Friedhof
Père Lachaise.
Viele Freunde und Bewunderer waren auf der Beerdigung von Michel Petrucciani in der Saint Roch
Kirche in Paris anwesend. Während der Zeremonie hat die Orgelspielerin von Saint-Roch,
Isabelle Gangloff, Bach und Messiaen gespielt. Tony Petrucciani, sein Vater, spielte
ebenfalls an der elektrischen Gitarre einen Jazzklassiker "A child is born".
Unter den vielen Musikern, befanden sich Didier Lockwood, Claude Nougaro, Georges Moustaki,
Henri Salvador, Jean-Michel Jarre, Alan Stivell, der Accordeonist Richard Galliano, der
Klavierspieler Claude Bolling, sowie die Sängerin Dee Dee Bridgewater. Michel Portal, der
behauptet Beerdigungen nicht zu mögen, wartete am Ausgang der Kirche.
Auch von Seiten der Politik haben ihm einige bei der Beerdigung die letzte Ehre erwiesen,
u. a. Catherine Trautmann, Jack Lang und Jacques Chirac, der das musikalische Genie dieses
Künstlers lobte, der es geschafft hat, die Jazzsprache zu erneuern.
Quellen:
http://www.jazzmagazine.com/index.html
http://home.tiscalinet.ch/ilma/index.htm
http://www.pere-lachaise.com/perelachaise.php?lang=
http://www.iht.com/articles/1999/01/12/michel.t.php
http://www.dreyfusrecords.com/
Michel Petrucciani
Young pianists who quickly rise to stardom by virtue of their tone (choice of colors)
as well as their style (particular phrasing) are rare enough for their singularity to be
emphasized. For about fifteen years, Michel Petrucciani has been one of them. The hero of
a success story in the American style, this pianist seems to have stuck to one logic; his
crazy love for music.
Michel Petrucciani was born in Orange (France), December 28th, 1962, into an utterly musical
family (his father Tony is a guitarist, his brothers Louis and Philippe are respectively a
bass-player and a guitarist). He was very young when, quite by chance, he discovered the
piano. "My father told me that one evening, looking at a pianist on TV at the age of four,
I exclaimed, pointing at the scree - I want to play this instrument." The pianist was Duke
Ellington.
Much later, at the age of thirty, in a solo album called Promenade With Duke, Michel paid
an emotional tribute to the man who first inspired him to want to play the piano. For Christmas,
his parents gave him a small toy piano. Seeing it, Michel asked for a hammer, then smashed
the plaything to pieces. "And now, I want to have a real one." Impressed by such determination,
his father bought him an old piano that was falling apart, and made an extension so that
Michel's feet could reach the pedals. The adventure had just begun.
"For eight years, the piano was strictly limited to classical studies. Classical training is
fundamental. That is the way to learn discipline and develop techniques."
Throughout his life, Michel never missed an opportunity to pay tribute to his father. "I
will never thank him enough for having brought me up just like my two brothers, without
special privileges. Now I am grateful to him for having been so strict and demanding of me.
He taught me everything. He let me discover all of the great jazzmen, feel and experience music
intensely, understand that the life of an artist is one of work, requiring effort and a lot
of energy. Even now, I still learn much from him. I care for his opinion much more than for
anyone else's and he remains my severest critic. If I am what I am now, it is because I have
done my best to achieve what my father expected of me. That's why in 1992 I decided to play
a duo with him, on a tour called "Like Father, Like Son". It gave me at last the real joy
of telling him - Now it's my turn to take your hand and introduce you to the public."
When Michel Petrucciani was thirteen, he gave his first concert as a professional at the
Cliousclat Festival. Also performing was the American jazzman Clark Terry, who needed a
pianist that day. When Michel offered him his services, the trumpet player thought it was
a joke. "'Let's play the Blues,' I said. The minute I played, he took me into his arms, and
that was it..."
At the age of sixteen, Michel met Aldo Romano at a village fair. The drummer -- whom Michel
often called his "guardian angel" -- decided to take him under his wing. With Mike Zwerin's
assistance, he soon produced his first record Flash. Next, he introduced Michel to OWL Records'
young producer Jean-Jacques Pussiau.
"Two days later, we were in studio. Now that I am well known, a lot of people want the credit
for discovering me. The truth is that Aldo Romano and Jean-Jacques were the first who made
way for me." With six albums for OWL between 1981 and 1985 including the splendid duo album
with Lee Konitz entitled Toot Sweet.
In 1981, performing for the first time at the Paris Jazz Festival, he was a sensation at the
Theatre de la Ville. A new star of the piano was born, with a language all of his own firmly
rooted in jazz.
The following year, Michel decided, as a challenge, to set off to America. He landed in New
York where a friend gave him the address of a musician living on the West Coast. When he
arrived at Charles Lloyd's Californian retreat two weeks later, he was unaware of this great
sax player who had discovered a young pianist named Keith Jarrett in the Sixties. "Learning
I was a jazz pianist, he at once suggested I should play on his Steinway. On hearing me, he
went and fetched his saxophone right away. For two days, we played non-stop together as in
a dream, just like that. This shared adventure lasted five years and resulted in three albums.
Charles Lloyd really opened every door for me. I could not have had a better start for my
American career."
Then things went very fast for the "French wonder boy" jazz pianist. Within a few years,
Michel Petrucciani had prestigious encounters with the best jazzmen and rhythm sections in
the world. Among the drummers - Roy Haynes, Al Foster, Jack DeJohnette; among the bass players
- Charlie Haden, Dave Holland, Gary Peacock, Eddie Gomez, Stanley Clarke, Cecil McBee; among
the guitarists - Jim Hall, John Abercrombie, John Scofield; among the saxophonists - Lee
Konitz, Joe Henderson, Wayne Shorter, David Sanborn, Gerry Mulligan and finally the legendary
trumpeter Dizzy Gillespie.
In 1986, at age 21, he became the first French musician to sign with the prestigious Blue
Note Label, where he recorded six albums. Since his American success, Michel continued to
travel the world, with a youthful energy, forever changing his music groups and environment.
"I get bored quite easily if I don't change. This need shows even in my daily life. At home,
I keep moving the furniture round. It is the same with music. I just have to create constantly."
Michel Petrucciani was one of his generation's consistently great musicians. Maybe it is
because, as Francis Marmande wrote "he is not like we are, but like we should be". In Jazz
Magazine, Michel confided in Aldo Romano - "I see music almost like a god whom you must not
cheat. You must keep a clear soul, be sure that what you do is really what you want to do...."
Michel's father told him - "Whenever you do something, you have to be the best, or else it
is no use, you clear off." He listened to his father and he proved it again with his album
entitled Marvellous, his first release for Dreyfus. With Dreyfus Jazz, the pianist found a
very motivated and sensitive team and he was delighted. Marvellous was built around Michel's
string quartet and a superlative rhythm section (Tony Williams and Dave Holland). This release
was a first of its kind and displayed Michel's lyric sensitivity, harmonic inventiveness and
his sense for plain, strong and tuneful melodies. "I am something of the Pavarotti of jazz,"
he liked to say with a burst of laughter.
In June of 1994, Michel teamed up with legendary organist Eddy Louiss and the duo topped
the bill for three nights at the Petit Journal Montparnasse, the famous Paris club. Two CD's
of this performance were released - Conference de Presse issued in September 1994 broke all
records for jazz sales and Volume 2 which was released in October 1995.
Michel, was also on a solo tour across Europe in 1994. In November 1995 he performed at the
Theatre de Champs-Elysees where, in front of a packed house, he gave a concert that was
critically acclaimed by all the press, which has been released on a double CD, Champs-Elysee.
In early 1996, with boundless energy and ideas for new projects Michel turned his attention
to recording an album with one of his idols, Stephane Grappelli. After much coordination
between the two musicians' schedules, a three day slot was fixed in Paris at the Davout
Studios. Michel and Stephane were accompanied by the great Roy Haynes and George Mraz and
the result was the album Flamingo which was released in September 1996.
1997 was a triumphal year for Michel who toured as a soloist in Germany, Italy, France and,
of course, performed at all the festivals. A sextet tour followed, featuring Anthony Jackson
on bass, Steve Gadd on drums, Bob Brookmeyer on valve trombone, Flavio Boltro on trumpet
and Stefano di Battista on alto and soprano saxophone. The group would prove to be one of
Michel's most rewarding efforts, performing into the following year and recording Both Worlds
for Dreyfus Records which was released in mid-1998. The CD is comprised entirely of Petrucciani
compositions. The recording spotlights the lyrical beauty of Michel's compositions coupled
with Brookmeyer's challenging and arresting arrangements. Their writing expertly captures
the strengths of this distinctive sextet.
On January 6th, 1999, Michel Petrucciani passed away in New York City from a pulmonary
infection. The jazz community lost one of its original, instrumental voices. At the time of
his death the revered pianist and Dreyfus Records were readying a release of Solo Live,
documenting Michel's 1997 solo tour of Europe. Recorded live in Frankfurt, Germany on February
27, the program that evening featured a number of original compositions including the extended
"Trilogy In Blois (Morning Sun, Noon Sun and Night Sun In Blois)" and the lyrical "Chloé
Meets Gershwin". Michel also pays homage on Solo Live to a couple of his heroes with an
expansive rendition of Duke Ellington's trademark "Caravan" and a medley of his own "She
Did It Again" and Billy Strayhorn's "Take The A Train".
Michel's enthusiasm for the project and the precious opportunity for us to experience the
unrestrained freedom and creativity afforded by the solo format, allow us a chance to
appreciate the genius that was the art of Michel Petrucciani in its undiluted, crystalline
form. He will be sorely missed but the legacy of one of music's most revered pianists lives
on.
Quelle: 
Michel Petrucciani
Les pianistes qui s'imposent si vite et si jeunes par leur ton (le choix des couleurs)
autant que par leur style (la griffe du phrasé) sont assez rares pour qu'on souligne leur
singularité. Depuis près de 15 ans, Michel Petrucciani est de ceux-là. Héros d'une "success
story" à l'américaine, le pianiste semble n'avoir été fidèle qu'à une seule logique : l'amour
fou de la musique.
Né le 28 Décembre 1962 à Orange, Michel Petrucciani est issu d'une famille totalement musicienne
(son père Tony est guitariste, ses frères Louis et Philippe sont respectivement contrebassiste
et guitariste). C'est par pur hasard qu'il eut très tôt la révélation du piano. "Mon père
m'a raconté qu'un soir, à l'âge de quatre ans, voyant un pianiste à la télévision, j'ai pointé
le doigt vers l'écran en m'écriant : c'est de cet instrument que je veux jouer". Le pianiste
s'appelait Duke Ellington.
Beaucoup plus tard, à l'âge de trente ans, dans un album solo intitulé "Promenade With Duke",
Michel rendra un vibrant hommage à celui qui le premier lui donna l'envie de jouer du piano.
Pour Noël ses parents lui offrirent donc un petit piano d'enfant. Le voyant, Michel réclama
un marteau et mit le jouet en pièces. "Et maintenant je peux en avoir un vrai." Du coup son
père, impressionné par tant de détermination, lui acheta un vieux piano déglingué et lui
fabriqua une extension pour que ses pieds puissent atteindre les pédales. Ainsi put-il se
lancer dans l'aventure de la musique.
"Pendant huit ans, le piano était strictement réservé aux études classiques. L'entraînement
classique est capital. C'est ainsi qu'on apprend la discipline et développe la technique."
Encore aujourd'hui Michel ne rate jamais une occasion de rendre hommage à son père. "Je ne
le remercierai jamais assez de m'avoir élevé comme mes deux autres frères, sans traitement
de faveur. Je lui sais gré aujourd'hui d'avoir été aussi sévère et exigeant à mon égard. C'est
lui qui m'a tout appris. Avec lui, j'ai appris à découvrir tous les grands jazzmen, à ressentir
et à vivre intensément la musique, à comprendre que la vie d'artiste était un vrai métier
qui exige beaucoup de travail et d'énergie. Il continue à m'apprendre beaucoup. Son opinion
m'importe plus que toute autre. Il reste mon critique absolu. Si je suis arrivé à ce que je
suis, c'est parce que j'ai toujours voulu faire ce que mon père attendait de moi. C'est pourquoi
en 1992 j'ai souhaité jouer en duo avec lui à l'occasion d'une tournée intitulée "Like Father,
Like Son". J'ai eu enfin ce vrai bonheur de lui dire : c'est à mon tour maintenant de te
prendre par la main et de te présenter au public".
C'est à l'âge de treize ans que Michel Petrucciani donnera son premier concert professionnel
au festival de Cliousclat. Au même programme, il y avait le jazzman américain Clark Terry
qui était ce jour là en panne de pianiste. Quand Michel proposa ses services, le trompettiste
crut à une plaisanterie. "J'ai seulement dit "jouons le blues". Après que j'aie eu joué une
minute, il m'a donné une grande accolade et voilà..."
A l'occasion d'une fête de village, à l'âge de 16 ans, Michel fait la rencontre d'Aldo Romano.
Le batteur que Michel appelle toujours "mon ange gardien" décide de le prendre sous son aile
et produit très vite avec la complicité de Mike Zwerin son premier disque "Flash" . Puis il
le présente au jeune producteur d'OWL Records, Jean-Jacques Pussiau. "Deux jours après, nous
étions en studio. Pas mal de gens réclament, maintenant que je suis connu, une part de gâteau
et prétendent m'avoir découvert. La vérité est que ce sont Aldo et Jean-Jacques qui les premiers
m'ont ouvert la route".
Résultat : de 81 à 85, six albums pour OWL dont le splendide "Toot Sweet" en duo avec Lee
Konitz.
En 1981, sa première apparition au festival de jazz de Paris laisse le public du Théâtre de
la Ville en état de choc. S'exprimant dans un langage déjà très personnel en ne reniant rien
de la spécificité du jazz, une nouvelle étoile du piano était née. L'année suivante, Michel
décide de partir, par défi, à la conquête de l'Amérique.
Il franchit les mers et débarque à New York. Un ami lui donne l'adresse d'un musicien vivant
sur la côte ouest. C'est ainsi qu'au bout de quinze jours il se retrouve en Californie dans
la retraite de Charles Lloyd sans savoir quel grand saxophoniste il était et qu'il avait
découvert, dans les années soixante, un jeune pianiste nommé Keith Jarrett. "Quand il apprit
que j'étais pianiste de jazz, il me proposa tout de suite de jouer sur son Steinway. Quelques
minutes après m'avoir entendu, il alla chercher son saxo. Pendant quarante-huit heures ensemble
non stop, nous jouâmes ainsi en duo comme dans un rêve. Notre aventure commune dura cinq ans
et donna trois albums. Charles Lloyd m'a vraiment ouvert toutes les portes. Je ne pouvais
imaginer plus merveilleux lancement pour ma carrière États-Unis".
Tout alla ensuite très vite pour le "french wonder boy" du piano jazz. "La rapidité n'est
pas un choix, précise Michel, c'est ma vie qui va vite." En quelques années Petrucciani
multiplie les rencontres au sommet et aligne les meilleurs jazzmen et rythmiques du monde.
Citons parmi les batteurs, Roy Haynes, Al Foster, Jack DeJohnette; parmi les bassistes, Gary
Peacock, Eddie Gomez, Charlie Haden, Stanley Clarke, Cecil McBee; parmi les guitaristes, Jim
Hall, John Abercrombie, John Scoffield; parmi les saxophonistes, Lee Konitz, Joe Henderson,
Wayne Shorter, David Sanborn, Gerry Mulligan, ainsi que le trompettiste Dizzie Gillespie.
En 1985, il est le premier français à signer, à 23 ans, pour le label Blue Note pour lequel
il enregistrera six albums. Depuis son succès américain, Michel ne cesse, avec une énergie
gourmande et juvénile, de parcourir le monde et de changer très vite de formules musicales
et d'environnement. "Si je ne change pas, je m'ennuie très vite. Ce besoin se manifeste
jusque dans ma vie quotidienne. Chez moi, je n'arrête pas de changer les meubles de place.
En musique c'est pareil. Il faut que j'innove et varie sans cesse".
Michel Petrucciani est un grand musicien d'aujourd'hui. Parce qu'il sait toujours aller au
bout de lui-même, au bout de sa sincérité. "Peut-être, comme l'écrit Francis Marmande, parce
qu'il n'est pas comme nous, mais comme nous devrions être."
" La musique pour moi, confie-t-il à Aldo Romano dans Jazz Magazine, c'est presque comme un
dieu avec lequel il ne faut pas tricher. Il faut être clair dans son âme, être assuré que ce
qu'on fait c'est ce qu'on a vraiment envie de faire ..."
En 1994, avec Dreyfus Jazz, le pianiste trouve avec enthousiasme une nouvelle équipe très
motivée.
Son père lui avait dit : "Quand tu fais quelque chose, tu dois être le meilleur, sinon ce
n'est pas la peine, tu vas te coucher". Il a su l' écouter et nous le prouve une nouvelle
fois avec son nouvel album "Marvellous". Inexorablement poussé à la recherche d'horizons
inexplorés, c'est autour d'un quatuor à cordes et d'une rythmique de choc (Tony Williams et
Dave Holland) que Michel a bâti ce nouveau projet. Une première dans le genre. Une fois
encore le pianiste y déploie en toute liberté sa sensibilité lyrique, son invention harmonique
et son sens de la composition. "Je suis un peu le Pavarotti du jazz" aime-t-il dire dans un
éclat de rire.
En Juin 94, c’est la rencontre très attendue avec le mythique organiste Eddy Louiss, qui
aura lieu pendant 3 soirées au ‘Petit Journal Montparnasse’ (un club bien connu des Parisiens).
Il en sortira deux compact discs : ‘Conférence de Presse’ paru en Septembre 1994, qui pulvérisent
les ventes habituelles des disques de jazz, et le volume 2 qui sortira en Octobre 95.
Michel, qui sillonne l’Europe en concert solo toute l’année 94, est l’invité, en Novembre,
du ‘Théâtre des Champs-Elysées’ où devant une salle comble il donne un concert qualifié
d’exceptionnel par l’ensemble des médias et que l’on retrouve dans son intégralité sur un
double CD.
Début 95, débordant d’énergie et de projets, Michel souhaite très vite enregistrer un album
avec une de ses idoles, Stéphane Grappelli. Quelques mois sont nécessaires pour organiser
une rencontre, puis ajuster les plannings de ces deux grands artistes. Finalement une période
de trois jours est fixée à Paris, aux Studios Davout, où Michel retrouve Stéphane en compagnie
de deux complices d’exception : Roy Haynes et George Mraz. "Flamingo" sortira en septembre
1996.
L'année 1997 marque le triomphe de Michel Petrucciani en solo lors de ses tournées en Allemagne,
en Italie, en France et bien sûr dans tous les festivals.
Afin de préparer son nouvel album, Michel Petrucciani propose à Bob Brookmeyer d'écrire les
arrangements pour un sextet, lequel sera formé lors d'une première tournée en Mars 1997.
"Both Worlds" est enregistré à New York les 24, 25 et 26 Août 1997 avec Anthony Jackson à
la basse, Steve Gadd à la batterie, Bob Brookmeyer au trombone, Flavio Boltro à la trompette
et Stefano di Battista au saxophone alto et soprano. Sortie le 4 novembre 1997.
Le 27 octobre 1997, à l'invitation de Lucio Dalla, Michel Petrucciani participe au concert
exceptionnel donné en l'honneur de Sa Sainteté Jean-Paul II à Bologne devant 350 000 jeunes.
Cette manifestation réunit des stars de la chanson italienne ( Andrea Boccelli, Adriano
Celentano ..) ainsi que Bob Dylan.
Michel enchaînera avec une tournée au Japon en trio avec Steve Gadd et Anthony Jackson.
Aujourd'hui Petrucciani affirme une maturité rayonnante. "Plus on grandit musicalement, plus
on a de responsabilités par rapport à soi-même. Une erreur pianistique, une erreur de tempo,
ce n'est pas grave. Nous sommes humains. Ce qui est grave en revanche, c'est de faire une
faute profonde dans le choix des couleurs."
En 1998, Michel Petrucciani tourne en Europe avec le sextette de "Both World". Parmi ces 50
concerts, une date marque cette tournée triomphale, l'Olympia à Paris en mars.
Michel Petrucciani recoit son premier Disque d'Or (100 000 ventes en France) pour l'album
"Flamingo" , enregistré avec Stéphane Grappelli en 1996.
Le 4 novembre sort "Solo Live" enregistré a l' Alte Oper à Franckfort le 27 février 1997
lors d'une tournée allemande triomphale dans les plus grands théatres classiques. Cette
album réunit les plus belles compositions de Michel Petrucciani.
Le 6 janvier 1999, Michel Petrucciani décède à New York à l'hopital Beth Israel des suites
d'une infection pulmonaire foudroyante.
Quelle: 
Michel Petrucciani: L'enfant Terrible
Imagine if you will, a young boy watching television with his parents four years after his
birth in 1962. The setting is Orange, France [about 13 miles north of Avignon in southeastern
France]. Given the area's close proximity to the Italian border, it is not surprising that
the family is of both French and Italian ancestry.
Because he was born with osteogenesis imperfecta ["glass bone disease"], a rare bone disorder
that stunted his growth and made him fragile, the child would combat physical deformity and
daily pain throughout his life.
This evening's featured television performer is Duke Ellington and after watching him play
piano on the program the young boy proclaimed: "I want to play this instrument."
His parents lovingly complied giving him a toy piano for Christmas, whereupon, the child asked
for a hammer and smashed the plaything to smithereens. When the destruction was finished, he
turned to his parents and announced: "And now, I want a real one!"
Thus it was on that night in 1966 that the music world witnessed the advent of Michel Petrucciani
- l'enfant terrible of the Jazz piano.
From that point onward, the existence of Michel's Father, Sicilian Jazz guitarist Antoine
[Tony] Petrucciani and his French wife Anne along with their other two sons Philippe [also a
guitarist] and Louis [a bassist] would never be the same.
For into their lives the World had launched the power and the majesty of Michel Petrucciani
who as an adult standing about 3 feet high and weighting 65 pounds once declared: "My philosophy
is to have a really good time and never let anything stop me from doing what I want to do."
But first, there were dues to be paid and these could not be collected until a real piano was
found.
Papa Tony held a job at a nearby military base and one night he brought home a dilapidated
upright piano that had been left behind by the troops who were being redeployed elsewhere.
As described by Michel: "The piano stank of beer that the soldiers had spilled into it when
they were drunk, but the important thing to me was that it sounded real!"
Now the dues paying could begin in earnest in the form of eight years of constant practice
that was strictly limited to classical studies. As Michel later noted, "Classical training
is fundamental. That's the way I learned discipline and developed technique."
Because he was aware that his son could hum Wes Montgomery guitar solos from the time when
he was beginning to walk, Tony Petrucciani understood that Michel's real desire to learn
music and the piano came from within.
But Tony was also aware of the old adage: "the right way is the hard way and the hard way is
the right way." So he tested Michel's resolve by insisting that the piano was strictly for
Classical studies - no Jazz.
"Sure I resisted these limitations," said Michel, "but it paid off. I will be forever grateful
to my Father for being so strict and demanding of me in my early training."
Michel required a special seat to obtain a proper perspective on the keyboard. Tony also made
him an extension so that Michel's feet could reach the piano's pedals. Michel would carry this
device with him wherever he played for the rest of his life.
His Father also purchased a better instrument for him three years later when he was seven as
his playing had dramatically improved.
Mercifully for him, given his passion for the piano, Michel's hands were unaffected by his
disease. They were large enough to span a tenth on the keyboard, an essential minimum for a
normal professional pianist.
But Michel was not about 'minimums' and he was anything but 'normal.' Physical limitations
were never handicaps to overcome; he was not even aware of their existence.
"… never let anything stop me from doing what I want to do…."
"When I was young I thought the keyboard looked like teeth. It was as though it was laughing
at me. You have to be strong to make the piano feel little."
Musically, Michel's disease may have been a blessing in disguise as there was no other choice
but the piano when he was growing up. He could not go out and ride his bike or play soccer
like the other kids. But there was nothing to stop him from practicing for six to eight hours
a day.
But it was more than practice: it was that The Muse had chosen to give The Gift to Michel
Petrucciani.
Quelle: http://jazzprofiles.blogspot.com/search?q=Petrucciani
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